Wie kann man den Aufbau einer moderner Wissensgesellschaften, in denen alle Menschen Zugang zu Information und Wissen haben, unterstützen? Ein Aspekt bei der Realisierung der Wissensgesellschaften ist der Zugang zu wissenschaftlichen Informationen. Die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien hat die Kommunikation unter Wissenschaftlern revolutioniert. Das Internet ermöglicht heute theoretisch den weltweiten Zugriff auf Daten aller Art.
Open Access steht für kostenfreien und öffentlichen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen im Internet. Ein wissenschaftliches Dokument unter Open-Access-Bedingungen zu publizieren gibt jedermann die Erlaubnis, dieses Dokument lesen, herunterladen, speichern, es verlinken, drucken und damit entgeltfrei nutzen zu können.
Wie funktioniert dieses Publikationsmodell? Welche Vorteile hat man davon, als Autor wie als Leser? In einem Vortrag werden die wichtigsten Aspekte des Open-Access-Publizierens beleuchtet und der Open-Access-Server der Fachhochschule (SerWisS – Server für Wissenschaftliche Schriften der FH Hannover) vorgestellt.
Bitte melden Sie sich per Mail an bibliothek@fh-hannover.de an. Die Teilnahme ist kostenfrei und nicht auf Angehörige der Fachhochschule Hannover begrenzt.
Mit annähernd 600.000 Open-Access-Dokumente aus den Bereichen Physik, Mathematik, Statistik und Informatik ist arXiv einer der bekanntesten und größten Open-Access-Server überhaupt. Zwar ist sowohl das Veröffentlichen auf arXiv, als auch der Download der Dokumente gratis, doch muss der Dienst natürlich dennoch refinanziert werden. Autoren und Leser sollen jedoch auch in Zukunft nicht belastet werden. Telepolis berichtet:
Das Finanzierungsmodell setzt auf freiwilligen Community-Support der Einrichtungen, die den Server am intensivsten nutzen und mithin am stärksten von ihm profitieren. Laut Cornell University Library stammen 75% der Dokumentdownloads von arXiv aus wissenschaftlichen Einrichtungen von 200 Institutionen. Diese 200 Institutionen gingen die Betreiber mit der Bitte um finanziellen Zuschuss an und stießen auf positive Resonanz: Zahlreiche der 25 arXiv am stärksten nutzenden Institutionen sagten ihre Unterstützung zu, darunter finden sich renommierte Einrichtungen wie das CERN, das Centre National de al Recherche Scientifique (CNRS) oder die Harvard University. Auch die deutschen Einrichtungen DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) und die Max-Planck-Gesellschaft werden arXiv finanziell fördern.
Mehr Informationen zu arXiv.org im verlinkten Artikel oder direkt in den arXiv-FAQ.
med, das Magazin der Zweigbibliothek Medizin der ULB Münster, hat in seiner Weihnachtsausgabe 2009 die fünf Fragen und Antworten zu Open Access abgedruckt, die die Randspalte unserer Website zieren. Das Heft ist auch sonst durchaus einen Klick wert: Aus drei verschiedenen Sichten (Editor, Bibliothek und Forscher) werden die Vorteile von Open Access in der Medizin vorgestellt. Den Forscher-Blickwinkel liefert übrigens die deutsche Übersetzung eines Blogartikels von Martin Fenner, der an der MH Hannover arbeitet. Unser Lob an den Münsteraner Kollegen Oliver Obst, der das Heft produziert hat!
Sollten Informationen und Bildung als offene Güter im weltweiten Netz zur Verfügung stehen? Oder findet die eigentliche Bildung nach wie vor nur im Hörsaal statt?
Wir möchten Sie zu einer Podiumsdiskussion über diese Fragen zum Abschluss der Open-Access-Tage in Hannover einladen:
Wenn Sie sich für die Veranstaltung interessieren und/oder teilnehmen möchten, bitten wir um eine kurze Online-Rückmeldung.
Die Diskutanten:
Prof. Holger Brenner ist Mathematiker an der Universität Osnabrück. Er nutzt Wikiversity, ein Schwesterprojekt der Wikipedia, als Plattform für alle seine Lehrmaterialien und wurde darüber im Sommer 2009 u.a. von ZEIT Online interviewt.
Doris Bambey vom Deutschen Institut für Pädagogische Forschung (DIPF) Frankfurt arbeitet für den Dokumentenserver peDOCS, auf dem pädagogische Fachliteratur kostenlos im Web veröffentlicht wird – und der seit 2009 u.a. mit einigen großen Bildungs-Verlagshäusern kooperiert.
Robert A. Gehring ist Mit-Initiator des Open Source Jahrbuchs, das in den vergangenen fünf Jahren zu einer wissenschaftlichen Standardreferenz zum Thema Open Source im deutschen Sprachraum herangewachsen ist. Wissenschaftler diverser Fachrichtungen tragen hierzu Artikel bei, die nicht nur im gedruckten Buch, sondern zugleich im Netz frei zugänglich sind.
Moderation: Peter Mühlbauer, Redakteur des Grimme-prämierten Online-Magazins Telepolis. Mühlbauer schreibt dort regelmäßig über Ereignisse und Diskussionen rund um Urheberrecht und Bildung im Netz.
Veranstalter:
Die elsa (eLearning Service Abteilung) berät Studierende und Lehrende bei Einsatz von digitalen Medien in der Lehre und wird im Rahmen der Veranstaltung zeigen, wie einfach es an der Universität Hannover ist, Veranstaltungen auf Video aufzeichnen zu lassen und anschließend (wahlweise zugangsbeschränkt oder frei) im Netz zu veröffentlichen.
Die TIB/UB Hannover versorgt die Angehörigen der Leibniz Universität Hannover sowie wissenschaftlich interessierte Bürger/innen der Region mit Literatur und Fachinformationen in gedruckter und elektronischer Form. Mit ihrer Veranstaltungsreihe zum Thema Open Access informiert sie Absolvent/innen und Wissenschaftsautor/innen über neue Wege des Publizierens im Netz.
Sie haben eine wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht und möchten Ihre Arbeit online zugänglich machen? Viele Verlage und Zeitschriften erlauben unter bestimmten Bedingungen die zusätzliche Veröffentlichung durch den Autor als Open Access.
Die SHERPA/RoMEO-Liste soll helfen, die Standardbedingungen der Verlage bei Open Access-Publikationen für Autoren transparenter zu machen. Im Rahmen eines DFG-Projektes wurde die Datenbank erheblich erweitert und mit einer deutschen Oberfläche versehen.
Probieren Sie es aus. Ihr letzter Zeitschriftenartikel könnte dadurch noch häufiger gelesen werden!
Zum Abschluß der Open Access Week starten wir den neuen Podcast Open Access Hannover — als Feed sowie für iTunes. Die erste Folge des Podcasts ist dort ab sofort zu finden, es handelt sich um die Video-Aufzeichnung des erst vor fünf Stunden beendeten Round Table “Open Access in Wirtschaftswissenschaften”. Viel Vergnügen!
Wir hatten in einem vorangegangenen Artikel bereits darauf hingewiesen, daß sich Elinor Ostrom, eine der diesjährigen Wirtschafts-NobelpreisträgerInnen, auch mit der Gemeinfreiheit von Wissen auseinandersetzt. Open Access ist für Wirtschaftswissenschaftler aber nicht nur ein Gegenstand theoretischer Auseinandersetzung; vielmehr hat das frei zugängliche Publizieren im Netz gerade in diesem Fach eine starke Tradition.
Research Papers in Economics (RePEc) ist eine bereits 1997 entstandene internationale, dezentrale Datenbank, in der bibliographische Angaben zu Neuerscheinungen insbesondere von Volkswirten gesammelt werden. (Näheres in der Wikipedia über RePEc.) Zu zahlreichen Publikationen (insbesondere Working Papers und Preprint-Versionen von Zeitschriftenaufsätzen) wird der Link zum frei zugänglichen Volltext gleich mitgeliefert. RePEc bietet ausgefeilte Möglichkeiten zum strukturierten Zugriff auf die Informationen, wie beispielsweise durch einen Blick auf diese Seite mit Publikationen von Prof. Lukas Menkhoff deutlich wird. Der Pionier hinter dem Projekt RePEc ist Thomas Krichel.
Wer ohne zusätzliche Kosten und Aufwände seine eigenen wirtschaftswissenschaftlichen Veröffentlichungen frei zugänglich machen will, kann sich z.B. an EconStor, das fachliche OA-Repository der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW), wenden. Zudem kümmern sich ZBW und weitere Organisationen mit ihrem Projekt NEEO darum, frei zugängliche Publikationen vieler wichtiger europäischer Wirtschaftsforscher besser sichtbar zu machen.