Open Access – ein Thema für Wirtschaftswissenschaftler?
Wir hatten in einem vorangegangenen Artikel bereits darauf hingewiesen, daß sich Elinor Ostrom, eine der diesjährigen Wirtschafts-NobelpreisträgerInnen, auch mit der Gemeinfreiheit von Wissen auseinandersetzt. Open Access ist für Wirtschaftswissenschaftler aber nicht nur ein Gegenstand theoretischer Auseinandersetzung; vielmehr hat das frei zugängliche Publizieren im Netz gerade in diesem Fach eine starke Tradition.
Research Papers in Economics (RePEc) ist eine bereits 1997 entstandene internationale, dezentrale Datenbank, in der bibliographische Angaben zu Neuerscheinungen insbesondere von Volkswirten gesammelt werden. (Näheres in der Wikipedia über RePEc.) Zu zahlreichen Publikationen (insbesondere Working Papers und Preprint-Versionen von Zeitschriftenaufsätzen) wird der Link zum frei zugänglichen Volltext gleich mitgeliefert. RePEc bietet ausgefeilte Möglichkeiten zum strukturierten Zugriff auf die Informationen, wie beispielsweise durch einen Blick auf diese Seite mit Publikationen von Prof. Lukas Menkhoff deutlich wird. Der Pionier hinter dem Projekt RePEc ist Thomas Krichel.
Das Directory of Open Access Journals (DOAJ — vgl. auch unseren letzten Beitrag über DOAJ) verzeichnet mittlerweile annähernd 200 Open-Access-Journals in den Wirtschaftswissenschaften weltweit, darunter mehrere Journals mit deutschsprachigen Beiträgen. Hier sind insbesondere die beiden ambitionierten jungen Projekte Economics und Business Research zu erwähnen.
Wer ohne zusätzliche Kosten und Aufwände seine eigenen wirtschaftswissenschaftlichen Veröffentlichungen frei zugänglich machen will, kann sich z.B. an EconStor, das fachliche OA-Repository der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW), wenden. Zudem kümmern sich ZBW und weitere Organisationen mit ihrem Projekt NEEO darum, frei zugängliche Publikationen vieler wichtiger europäischer Wirtschaftsforscher besser sichtbar zu machen.